In Almere, einer auf dem niederländischen Nordostpolder gelegenen Stadt, entstand im Rahmen der Bauausstellung Expo 2001 dieses Wohngebiet direkt am Wasser. Die Architekten wichen deutlich von den städtebaulichen Vorgaben ab und entwickelten ein modulares System, das individuell gefügte Baukörper mit starker plastischer Wirkung ermöglicht. Die einzelnen Baukörper gruppierten sie so, dass möglichst viele weite Blickachsen, eine gute Sonnen- orientierung und weitgehende Ungestörtheit durch ausreichende Abstände erreicht wurden. Neben einer Reihe von Einzelhäusern wurden Reihenhäuser mit 2 bis 6 Einheiten errichtet. Das städtebauliche Konzept nutzt geschickt die Möglichkeiten, die das direkt angrenzende Wasser bietet. Die vorgelagerten Terrassen sind wie Schiffsdecks von Wasser umgeben, was Distanz schafft und zu räumlicher Weite der Außenbereiche führt. Die ungeschützt einsehbaren großen Fensterflächen der Wohnungen werden in Holland allgemein akzeptiert. Die skulpturalen, wie aus einem Baukasten zusam- mengestellten Baukörper betonen die Individualität der Bewohner. Als Basismodul werden 2 Betonelemente mit jeweils 6 × 10 m Grundfläche und 3 m Höhe gestapelt. Durch einen Versatz des Obergeschosses um 2,5 m entsteht eine Terrassenfläche. Beim Aufstapeln eines dritten Geschosses kommt noch eine Dachterrasse hinzu. Bei den Einzelhäusern wird die plastische Wirkung durch Verdrehen der Geschosse noch verstärkt. Nach Wunsch können an verschiedenen Stellen zusätzlich vorgefertigte Boxen in Stahlrahmenkonstruktion mit 2,5 × 6 m Grundfläche angesetzt werden. Ihre Oberfläche aus beschichteten Sperrholzplatten macht sie deutlich als Erweiterungen der schieferbekleideten Grundkonstruktion erkennbar. Die Lage von Küche, Bad und Treppe war innerhalb des Systems flexibel wählbar, um die Häuser verschiedenen Lebensstilen anpassen zu können.
