Doppelhaushälfte in München

Die kleine Doppelhaushälfte verkörpert auf den ersten Blick den Archetypus des Siedlungshauses: Ein klarer, kompakter Baukörper mit steilem Satteldach und knappen Dachrändern, der sich wohltuend von der umgebenden, inhomogenen Bebauung absetzt. Dazu trägt auch die Beschränkung auf wenige verwendete Baumaterialien bei. Erst beim genaueren Hinsehen erschließt sich der feinsinnige Umgang mit dem alltäglichen Architekturvokabular. Da drücken sich, anstelle der handelsüblichen Dachflächenfenster, kantige Kästen mit einfachen Klappflügeln durch das Dach. Naturbelassene Mahagonifenster sitzen außen bündig, stehen sogar noch ein bisschen aus der Fassade hervor. Der Verzicht auf Glasleisten und die rahmenbündig eingeklebten Scheiben lassen die Fenster als unprofilierte, flächige Elemente erscheinen. Nur die eingerückte Eingangstüre entspricht dem gewohnten Bild des »Lochs« in der sonst so mauerwerkstypischen Lochfassade und setzt damit einen deutlichen Akzent.

Doppelhaushälfte in München
© Michael Heinrich