Das Gebiet, das an die Altstadt Tirschenreuths in der Oberpfalz angrenzt, war früher eine seenreiche Landschaft. Seit dem 19. Jahrhundert bestimmten hier jedoch Industriegebäude das Erscheinungsbild. Nach dem Wegzug einiger Betriebe entschloss man sich, den Stadtteil wieder zu begrünen und zu beleben. Zwischen neuen Wohnbebauungen entstand ein Seniorenwohnheim, das sich mit seiner geschwungenen Grundrissform um eine Wasserfläche schmiegt. Die ökumenische Kapelle versucht, auch Anwohner der Umgebung in das Leben der Anlage einzubeziehen. Der Sakralbau liegt in Richtung der vielfältig gestalteten Freiflächen vor dem Wohnheim und setzt sich in seiner schlichten Form und der Materialwahl davon ab: Die schmucklosen Wände bestehen aus Klinkern, die in der Umgebung gefertigt wurden und sind nur durch schmale, fassadenhohe Fensternischen gegliedert. Vor diese sind im Inneren Milchglasscheiben gesetzt, die die Öffnungen optisch vergrößern und das weiche Licht weiter in den Raum hinein ziehen. Ihr Abstand verringert sich zum Altar hin und erhellt diesen Bereich feierlich. Der Innenraum, dessen Wände mit einer Aluminiumfarbe schimmernd glatt gestrichen sind und mit der außergewöhnlichen Lichtstimmung lebendig werden, ist der puren Konzentration gewidmet. Die nötigen Nebenräume wie Sakristei und Stuhllager befinden sich außerhalb der Kapelle im Verbindungsbereich zum Wohnheim.
