In die sanfte Hügellandschaft Latiums eingebettet liegt dieser einfache geometrische Baukörper, dessen Erscheinungsbild durch die fast trutzig wirkenden Wände aus Natursteinblöcken geprägt wird. Im Kontrast dazu stehen die zarten, organischen Formen der eigens gepflanzten Olivenbäume, die wie Skulpturen vor der reduzierten Architektur wirken. Der zweigeschossige Bau ist das Hauptwohnhaus eines landwirtschaftlichen Betriebes, zu dem weitere Wirtschafts-, Stall- und Personalgebäude gehören. Gestalterisch bezog man sich auf die traditionelle Bauweise der Region mit Natursteinmauern, flach geneigten Dächern und Schildgiebeln. Der Grundriss basiert auf einem Raster von 5,40 × 5,40 m. Gebäudelänge und -breite ergaben sich aus der vorgefundenen Hanglage. Trotz der Schlichtheit des Hauses zeigen sich sehr unterschiedliche Raumqualitäten wie der zweigeschossige Hof und die Terrasse. Die Haupterschließung erfolgt talseitig in der unteren Ebene. Über den Hof als offene Em-pfangshalle kann man das Büro und die Wirtschaftsräume erreichen. Im Obergeschoss befindet sich der Wohnbereich mit ebenerdigem Zugang zur Terrasse. Die erdbebensichere Konstruktion besteht aus einem Stahlbetonskelett mit Ziegelausfachungen und einer Vormauerschale aus präzise geschnittenen Tuffsteinblöcken. Die Speichermasse des Mauerwerks, das nur durch wenige, sorgfältig dimensionierte Öffnungen unterbrochen ist, verhindert im Sommer die Überhitzung der Innenräume, im Winter ihr schnelles Auskühlen.
