Synagoge bedeutet Zusammenkunft. Seit über zweitausend Jahren ist dies der Ort, an dem Juden sich treffen, miteinander sprechen, lernen, feiern und Gottesdienst halten. Auch die jüdische Gemeinde Dresdens verfügt jetzt wieder über ein solches Zentrum: Am Jahrestag der Zerstörung der alten Synagoge, dem 9. November 2001, wurde – nach mehr als 60 Jahren – ein neues Haus der Zusammenkunft eingeweiht. Als nach der Wiedervereinigung die jüdische Bevölkerung der Stadt rasch wuchs, wollte man dort anknüpfen, wo 1838 Gottfried Semper die erste Synagoge errichtet hatte: am Ende der Brühlschen Terrassen. 1996 erfolgte ein Aufruf des gegründeten Förderkreises Neue Synagoge Dresden zum Neubau, 1997 wurde ein internationaler Architektenwettbewerb ausgelobt. Die dritten Preisträger, die Architekten Wandel, Hoefer, Lorch und Hirsch wurden schließlich von der jüdischen Gemeinde mit der Realisierung beauftragt. Zur Ver-fügung stand allerdings nur mehr eine Rest-fläche, ein von Brückenkopf und Straßen-bahntrasse bedrängter schmaler Streifen – mit dem das Saarbrücker Team beeindruckend hantierte. Vier Meter Höhensprung waren zu überwinden. Die Architekten entschieden sich dafür, das lang gestreckte Grundstück durch drei Bauteile zu gliedern: Synagoge und Gemeindehaus bilden dabei autonome und doch aufeinander bezogene Außenposten und umfassen den zentralen Innenhof mit dem Hain aus 16 Platanen sowie einer Reminiszenz an den historischen Semper-Bau: Grober Glasbruch in gestampftem Sandboden zeichnet den Grundriss der früheren Synagoge nach.
