Verwaltungsbau in Kopenhagen

Der neue Verwaltungskomplex liegt auf der Südseite des Inderhavns, gegenüber der neuen Königlichen Bibliothek. Im Jahre 1995 wurde das Gelände, das vorher einer Schiffswerft gehört hatte, verkauft und ein Wettbewerb ausgelobt. Dieser sah eine städtebauliche Gesamtgestaltung vor, wobei die Nutzungen mit 40% Wohnen und 60% Bürofläche festgelegt waren. Die geplante Bebauung des zentral gelegenen Filetgrundstücks rief in der Bevölkerung zunächst großen Widerstand hervor, heute, nach Fertigstellung, sind jedoch die meisten kritischen Stimmen verstummt. Entstanden ist ein schlichter, klarer Baukomplex, dessen sechs Finger zum Wasser hin ausgerichtet sind. In diesen Fingern sind Büros untergebracht, die als Großraum- oder Einzelbüros flexibel genutzt werden können. Die Fassade ist mit vorpatiniertem Kupfer bekleidet, das in Kontrast zu der Glasfassade steht, die nachts hell erleuchtet ein interessantes Spiel von warmem und kaltem Licht bietet. An der Westseite ist die Fassade durch fest stehende Glaslamellen feingliedrig aufgelöst. Zwischen den Zeilen liegen alternierend Zufahrtsstraßen und Wasserbecken, die durch Holzstege überbrückt auch am Wochenende zum flanieren einladen. Zur Stadt hin gibt sich der Bau geschlossen. Dort befinden sich Wohnungen, deren mit Naturstein verkleidete Fassaden die Straßenflucht schließen, aber trotzdem Durchblicke zum Wasser und zur anderen Seite des Ufers zulassen.

Verwaltungsbau in Kopenhagen
© Heide Wessely