»Was definiert den Genius Loci, den Geist eines Orts? Ein besonderes Kunstwerk, ein Gebäude oder eine bestimmte Landschaft? Keines dieser Dinge alleine. Erst wenn Kunst, Architektur und Natur zusammenspielen, eine Einheit bilden, erfahren wir dieses undefinier-bare Gefühl: Das ist etwas Besonderes.« (Knud W. Jensen, 1994). Als Knud W. Jensen 1954 das Grundstück am Öresund kaufte, um dort ein Museum für seine private Kunstsammlung zu errichten, war es die Besonderheit des Ortes, die ihn fas-zinierte: das Meer, ein künstlich angelegter See und der große, gepflegte Park mit seinen riesigen Bäumen. Den jungen Architekten Jørgen Bo und Vilhelm Wohlert, die er mit der Planung beauftragte, machte er drei Dinge zur Pflicht: Erstens sollte das aus dem 19. Jh. stammende Landhaus auf dem Grundstück den Eingang des Museums bilden, zweitens wünschte er einen zweigeschossigen Ausstellungsraum für die Giacometti-Figuren, der zum See hin ausgerichtet sein sollte, und drittens wollte er eine Cafeteria mit Blick auf das Meer und Schweden auf der anderen Seite des Öresunds. Diesen Wünschen begegneten Bo und Wohlert mit drei Pavillons, die durch gläserne Gänge verbunden sind und sich sensibel in die Topografie des Grundstücks einfügen. Es entstand der Nordflügel, der sich vom Eingangsgebäude bis zur Küste zieht, mit Ausblick in den Park, den darin stehenden Skulpturen, den Bäumen, Farnen, den künstlichen und natürlichen Gewässern. Die architektonische Inspiration für den Bau fanden Bo und Wohlert nicht nur in der traditionellen dänischen Architektur, sondern auch in der Japans und der USA.
