Japanische Teehäuser

Empfängt ein Japaner einen Gast zur traditionellen Teezeremonie, so bedeutet das mehr, als sich mit einem Freund zum Teetrinken zu treffen. Es handelt sich dabei um einen Beziehungsritus zwischen Gastgeber und Gast vor einem komplexen philosophischen Hintergrund. Der Ritus beginnt bereits im Teegarten, den der Gast auf dem Pfad »Roji« durchschreitet, um sich von den Schwierigkeiten und Sorgen des Alltags zu befreien und im Zustand völliger geistiger Aufnahmebereitschaft den rituellen Ort der Teezeremonie zu betreten. Dieser Ort ist nicht zwingend ein Tee-»Haus«, sondern im ursprünglichen Sinn nur ein abgegrenzter Bereich. Wesentlich dabei sind im japanischen Raumverständnis nur wenige Elemente und die Leere und Reinheit des Ortes. Die historische Form des Teehauses entwickelte sich im 15. Jh. aus dem Tatami-Raum und hat normalerweise einen quadratischen Grundriss mit ungefähr sieben Fuß (= 2,13 m) Kantenlänge. Zur Wahrung der traditionellen japanischen Werte hat Shigeru Uchida drei demontierbare Teehäuser entworfen, die im November in München im Rahmen der Ausstellung »Erinnerte Methode« zu sehen sind. Ji-an, das Haus der Wahrnehmung, So-an, das Haus der Komposition, und Gyo-an, das Haus der Erinnerungen sind aus Bambusstangen errichtet, zum Teil mit Japanpapier hinterlegt und in unterschiedlichen Strukturen ausgeführt. Sie verkörpern das Konzept der Einfachheit und sind mit dem zeremoniellen Inventar bestückt.

Japanische Teehäuser
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