Ziel der beiden Architekten Gregorio S. Lubroth und Chieh-shu Tzou ist nicht nur die Realisierung einer echten Cocktailbar. Sie wollen die Bar »If dogs run free« auch selbst betreiben – für Studenten, Nachbarn und alle anderen, die nach der Arbeit einen guten Drink genießen wollen. Zeit hatten die Architekten eigentlich nicht, doch diese Chance konnten sie sich einfach nicht entgehen lassen. Im 6. Wiener Gemeindebezirk, einem Viertel, das von der Gentrifizierung noch nicht mit voller Wucht erfasst wurde, ergab sich zufällig die Möglichkeit, ein längere Zeit als Lager genutztes und zuletzt leerstehendes, 82 Quadratmeter großes Ladenlokal zu mieten. Nachdem sich die beiden nach einigen realisierten Bars, Restaurants und Gastrokonzepten in der Szene gut auskennen, entschließen sie sich, in diesem Fall selbst als Bauherr tätig zu werden und – nicht unweit ihres Büros – eine Bar zu eröffnen und auch selbst zu betreiben. Ziel des Architektenduos sowie dreier hinzugezogener Freunde ist eine einfache und erschwingliche Bar, die sich einerseits als »Wohnzimmer« der Nachbarschaft versteht, sich andererseits aber auch einer authentischen Cocktailkultur verpflichtet sieht – diese ist in Wien kaum verbreitet, stattdessen dominieren entweder Hotelbars oder teure Edellokale mit Bar die Szene.
