Mit einer Höhe von 85 Metern (ohne Lüftungsaufbauten) ist der neue Messeturm das höchste Gebäude Hannovers. Damit unterstreicht er nicht nur die Bedeutung der Messe für die Stadt, sondern schafft eine weithin sichtbare Landmarke zwischen dem Nordeingang des Messegeländes und dem nördlichen Ende des großen Grünbereichs. Um die Blickbeziehung dieser wichtigen Freiräume trotz der beengten Situation so durchlässig wie möglich zu gestalten, orientiert sich das Gebäude über seine Diagonale. Die Auslagerung der geschlossenen Erschließungskerne ermöglicht auf der Eingangsebene ein durchlässiges Foyer. In den 17 Obergeschossen kann die je 400 m² große Hauptnutzfläche in bis zu 20 gleichwertige Büroarbeitsplätze mit Fensteranschluss als Großraum, Kombi- oder Zellenbüro eingerichtet werden. Die außen liegenden Kerne sind so angeordnet, dass sie die verglasten Süd- und Ostfassaden verschatten, was im Hinblick auf die Problematik von Überhitzung und Blendung besondere Bedeutung hat. Als Bekleidung wurden Ziegelplatten mit horizontal gerillter Oberfläche entwickelt. Beheizen und Kühlen basieren maßgeblich auf der thermischen Aktivierung der Gebäudemassen. Die massiven, unverkleideten Geschossdecken mit Verbund- estrich dienen als Speicher für die im Estrich verlegte Bauteilheizung und -kühlung. Die internen Wärmequellen wie Personen, Geräte, Leuchten reichen weitgehend aus, um das Gebäude zu heizen. Im Sommer einfallende solare Strahlungswärme wird über die horizontal durchlaufende Doppelfassade direkt abgeführt. Über steuerbare Lüftungslamellen der äußeren Stahl-Glasfassade gelangt die Zuluft in den umlaufenden Korridor. Um erhöhte Transparenz zu erreichen und Farbveränderungen bei der Sicht nach draußen gering zu halten, wurde hier Weißglas eingebaut. Raumhohe Schiebefenster der innen liegenden Holzfassade ermöglichen die individuelle Lüftung für jeden Arbeitsraum. Bei geschlossenem Fenster übernehmen Auslässe im integrierten Sockelkanal diese Funktion. Die Abluft wird durch die natürlichen Auftriebskräfte zum Schachtkopf gesogen, wodurch der ergänzende mechanische Teil mit nur geringem Aufwand an Primärenergie betrieben werden kann.
