Diskussion: Wiedereröffnung des Centre Pompidou

Sie läuft wieder. Seit dem 1. Januar befördert die wohl bekannteste Rolltreppe des 20. s ihre Besucher wieder zur Dachterrasse des Centre Pompidou. Die Arbeiten an der »Raffinerie« von Richard Rogers und Renzo Piano bilden den Abschluss einer jahrelangen Entwicklung ihres Umfeldes mit den Neubauten des IRCAM und der Rekonstruktion des Ateliers von Brancusi. Im Inneren wurde das Gebäude seit der Schließung vor zwei Jahren vom 3. Untergeschoss bis zur Aussichtsplattform gründlich ausgemistet. Renzo Piano und Jean François Bodin haben nicht nur die Verschleißspuren, die über 150 Millionen Besucher hinterlassen haben, beseitigt, sondern vor allem die räumliche und organisatorische Klarheit geschaffen, die das Gebäude schon von Anfang an verdient gehabt hätte. Besonders das Museum für Moderne Kunst, eines der größten seiner Art in Europa, profitiert von der Auslagerung der Verwaltungsräume. Ein innen liegender Boulevard ermöglicht jetzt den Durchblick über die gesamte Länge des Gebäudes und erschließt die zu beiden Seiten angeordneten Ausstellungsbereiche. Die Trennwände sind von Decke und Fassade abgelöst, sodass die Großstruktur des beeindruckenden Tragwerkes überall spürbar bleibt ohne die Ausstellungen zu dominieren. Das Konzept der stützenfreien Räume hat sich hier bestens bewährt. In Kürze soll auch das Dachrestaurant mit seinen blasenartigen Einbauten von Jakob + MacFarlane eröffnet werden.

Diskussion: Wiedereröffnung des Centre Pompidou
© Frank Kaltenbach