Der Erweiterungsbau für die AachenMünchener Versicherungsgruppe erstreckt sich über zwei Blöcke der gründerzeitlichen Stadtstruktur Aachens. Die Architekten fassten ihre Aufgabe vor allem städtebaulich auf und entwarfen ein Gebäude, das anders als die üblichen, eher introvertierten Firmenzentralen in einen spannungsvollen und vielfältigen Dialog mit dem innerstädtischen Kontext tritt. Das Ensemble aus drei mehrfach geknickten Gebäuderiegeln schließt über eine verbindende Kommunikationszone im ersten Obergeschoss – den hausinternen »Boulevard« – an das bestehende Scheibenhochhaus aus den 1970er-Jahren an und empfängt Besucher wie Mitarbeiter mit außerordentlicher Offenheit und Transparenz. Die gläsernen Bürofassaden in schwarz eloxierter Aluminium-Elementkonstruktion werden durch schmale geschosshohe Fensterflügel und goldfarbene Aluminiumpaneele rhythmisiert. Die Gesamtanlage interpretiert die ortstypische Blockrandbebauung neu und fügt der städtischen Abfolge von Plätzen und Aufweitungen eine großzügige Freitreppe hinzu, die eine Lücke im Fußweg vom Bahnhof zur Innenstadt schließt, sowie einen neuen Platz am Haupteingang. Die interne Organisation der Gebäude zielt ab auf maximale Kommunikation und Öffentlichkeit. Der zweibündig organisierten, flexibel einteilbaren Zellenstruktur der Büroräume in den oberen Geschossen steht der interne Boulevard als transparente Ebene mit Konferenzbereich, Kantine, Cafeteria und Sitzungszimmer gegenüber. Wie ein Straßenraum weitet er sich immer wieder zu kleinen Plätzen und attraktiven Aufenthaltsbereichen für informelle Meetings, überbrückt weit gespannt die Freitreppe und die Straße und bildet nach außen deutlich das lebendige Geschehen im Inneren ab.
