Das Grundstück liegt in einer Neubausiedlung mit heterogener Einfamilienhaus-Bebauung am Rand einer niederbayerischen Kleinstadt. Das Wohnhaus im Nordostteil des Hanggrundstücks - abgerückt vom hohen Baumbestand - und das separate Garagengebäude an der Südgrenze bilden zusammen mit einer Mauer zur Anliegerstraße hin einen nach Westen offenen Gartenhof mit Blick talwärts über die Stadt. Man betritt das Haus über einen Glasvorbau als Klimapuffer an der weitgehend geschlossenen Nordseite. Der offene Grundriß des Erdgeschosses nimmt mit seinen versetzten Ebenen die Topographie des Geländes aufund erhält durch Differenzierung von Raumhöhen und -proportionen und mögliche Durchblicke spannungsvolle Raumabfolgen im Innern mit interessanten Blickbeziehungen in den Außenraum. Oie Längsachse des Hauses folgt dem Hangverlauf. Gestalterische, konstruktive und funktionale Elemente betonen die Längsrichtung - die Firstrichtung des 35 Grad geneigten satteldaches, die Flrstverglasung, die Mittelpfetten, die einläufige Treppe, die [rschließung. Das Gebäude wurde in konventioneller Massivbauweise errichtet. Die tragenden Außenwände bestehen aus 36,5 cm dickem Leichtziegelmauerwerk mit Dämmörtel, beidseitig mit dreilagigem mineralischen Putz. Wenige Materialien und Farben bestimmen das Erscheinungsbild; die gesamte Formensprache und Detailausbildung ist am Ziel formaler Klarheit und Einfachheit orientiert. Die ruhige Fassadengliederung mit den schmalen, raumhohen bzw. kleinen Öffnungen widerspiegelt deutlich den Charakter des Massivbaus und erhält Spannung aus dem Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Flächen. Ein wictltiges Anliegen für den Entwurr war,mit zeitgenössischer Architektur einen Bezug zur regionalen Bautradition herzustellen: Der langgestreckte Baukörper ohne Vor- und Rücksprünge mit seinem verhältnismäßig steilen Dach ohne Überstände sowie verschiedene formale und strukturelle Elemente zeigen eine Rückbesinnung auf den Typus des Hallertauer Hauses im westlichen Niederbayern.
