Die vier 80 m hohen winkelförmigen Glastürme lenken als Landmarken im östlichen Stadtgebiet von Paris von weither die Aufmerksamkeitauf die Bibliothek. Sie soll einmal Mittelpunkt eines neu entstehenden Viertels in diesem bisher städtebaulich vernachlässigten Gebiet sein. Ein großer Teil der Gesamtbaumasse verbirgt sich jedoch in der Basis - den sechs unterirdischen Geschossen, welche sich unter dem durch die Turmecken abgesteckten Viereck ausbreiten. Sie nehmen die öffentlichen Bereiche auf: Rezeption, Informationszentrum, Lesesäle und Nebennutzungen. Die darüber liegende holzbeplankte Freifläche ist als offener Aufenthaltsbereich ausgebildet. Man erreicht diese Esplanade fast beiläufig über eine von drei Seiten her ansteigende hölzerne Treppenanlage. Das Zentrum der Anlage bildet der um 23 m abgesenkte Baumhain, zu dem sich die Fassaden der Lesesäle orientieren. In den Turmgeschossen befinden sich auf je neun Etagen Büros und auf zwölf Etagen Buchmagazine. Die Türme sind allseitig von ungetönten, unverspiegelten Gläsern umhüllt, an den Schmalseiten zusätzlich von Metallgeweben. Hinter der Glasebene liegen holzfurnierte Vertikallamellen, die drehbar sind, um die individuelle Belichtung der Büroräume zu ermöglichen. Besteht auch die Konstruktion der Bibliothek aus Beton und die Fassade aus Glas, so spielt doch Holz für das Erscheinungsbild innen wie außen eine große Rolle. Die Farbstimmung der Innenräume prägen die natürlichen Oberflächen der Materialien. Einen zusätzlichen Farbakzent bringen die dunkelroten Teppiche ein. Das vorwiegend hölzerne Mobiliar wurde von den Architekten entworfen. Alle Modelle der Stühle, Bänke, Tische, Regale und Leuchten basieren auf einer einfachen Grundform, zu der je nach Nutzung verschiedene Elemente addiert werden. Zu einem neuartigen Einsatz kamen Matten aus verschiedenartigen Edelstahlgeweben, welche normalerweise in der Fllter-, Luft- oder Raumfahrttechnik Anwendung finden. Sie sind hier als akustisch wirksame Wand- und Deckenbehänge eingesetzt, wo sie die Installationen verbergen, aber auch gerahmt oder gespannt als leichte Trennwände oder verschliebbarer Sonnenschutz.
