Entwicklungszentrum In Ingolstadt

Nordöstlich der Stadt, in der Nachbarschaft einer Raffinerie gelegen, bietet das Bürogebäude Arbeitsflächen auf vier gleichen Geschossebenen an. Die Nutzer, Zulieferfirmen eines Automobilkonzerns, arbeiten hier Jeweils für eine beschränkte Zeit an der Entwicklungneuer Modelle. Die Grundrisse sind daher frei von festen Einbauten, die großflächigen "Plattformen" können als Großraum-, Kombi- oder Einzelbüros eingerichtet werden. Zwei Kernzonen nehmen die vertikale Erschließung und gemeinsame Einrichtungen wie Teeküchen und Besprechungsräume auf. Die horizontale Erschließung findet über die offenen Galerien in der nach Süden orientierten Halle statt. Diese ist nicht nur ein kommunikativer Bereich, sondern vor allem elementarer Bestandteil des energetischen Konzeptes. Die Büros liegen nach Norden ausgerichtet hinter einer hochgedärnrnten, mit dunklen Blechschindeln verkleideten Wand. Dort profitieren sie von der blendfreien Belichtung und dem geringen Wärmeeintrag im Sommer. Nach Süden ist den Räumen die Halle vorgeschattet, zwischen deren Isolierglasscheiben elektronisch gesteuerte Verschanungslamellen den Lichteinfall lenken. Im Sommer wirkt die Halle durch Zu- und Abluftklappen wie ein Kamin für aufgeheizte Luft, im Winter sammelt und transportiert sie solare Wärme. Ein Erdkanal schafft im Sommer kühle und im Winter vorgewärmte Frischluft in die Büros, wo sie über Leerrohre in den massiven Decken zugeführt wird.

Entwicklungszentrum In Ingolstadt
© Michael Heinrich