Wohnanlage in Batschuns, Österreich

Mit freiem Blick über das Rheintal entstanden in Vorarlberg sechs Wohneinheiten in Niedrigenergiebauweise. Vier davon sind zweigeschossig und staffeln sich entlang der Erschließungsstraße. Die beiden dreigeschossigen Häuser bilden einen punktförmigen Baukörper, der sich leicht nach Süden ausdreht. Es entsteht eine spannungsvolle Aussenraumbeziehung zwischen den größeren und kleineren Einheiten. Ziel der Planung war, sowohl konkret und angemessen auf den Ort zu reagieren als auch Aufgabenstellungen unserer Zeit, wie variable Nutzungsmöglichkeiten, energie- und bodensparendes Bauen, zu erfüllen. Die Wohnanlage passt sich im Maßstab der umgebenden ländlichen Bebauung an, ohne deren Bauweise kopieren zu wollen. Die Aussenhaut, unbehandeltes Lärchenholz, korrespondiert mit den verwitterten Holzschindelfassaden der Vorarlberger Bauernhäuser. Als Tragkonstruktion wurden Ziegelschotten mit Betondecken gewählt. Dies macht tragende Innenwände und Stützen überflussig und ermöglicht eine freie Grundrissgestaltung. Die kompakte Gebäudeform und geographische Orientierung der Wohnanlage zur Sonne - mit fast vollständig verglaster Südfassade, Reduzierung der Öffnungen im Norden und entsprechender Grundrisszenierung - ist neben höchstem Dämmstandard inkl. Dämmung der Fensterrahmen und Luftdichtigkeit die Voraussetzung, um auf eine konventionelle Heizung verzichten zu können. Den minimierten Wärmebedarf deckt stattdessen ein kontrolliertes Lüftungssystem. In Erdkanälenvorgewärmte Aussenluft wird mittels Doppelplattenwärmetauscher, Solarerträgen und Wärmerückgewinnung auf Zimmertemperaturgebracht. Bei bedecktem Himmel und großer Kälte schaltet sich eine Miniwärmepumpe zu. Lüftungsrohre, in die Betondecke eingelegt, führen die Frischluft den Innenräumen zu. Im Erdgeschoß befinden sich die Zuluftöffnungen an der Glasfassade, die Abluft wird in Küche und WC abgesaugt. Im Obergeschoss erfolgt die Be- und Entlüftung raumweise.

Wohnanlage in Batschuns, Österreich
© Margherila Spiluttini