In dem Tessiner Ort innerhalb eines traditionellen Granitabbaugebiets entstand mittels dreier gezielter Maßnahmen eine den heutigen Anforderungen genügende Infrastruktur, die die alte intakte Dorfstruktur respektvoll ergänzt. Der Architekt realisierte nacheinander eine Aussegnungskapelle, das Rathaus und die Neugestaltung eines Platzes im Süden von Iragna. Durch die Verwendung von Stein aus Iragna mit kräftiger Textur für die Vormauerungen sind die massiven Bauten eng mit der Tradition des Orts verbunden. Trotzdem setzen sie sich mit ihren einfachen, klar akzentuierten Körpern selbstbewusst und zeitgemäß mit ihrer Umgebung auseinander. Die Kapelle mit zugehöriger Umfassungsmauer markiert den Dorfrand in nordöstlicher Richtung. Das Rathaus sitzt seitlich auf der schiefen Ebene eines dreieckigen, neugeschaffenen und mit Granitplanen gepflasterten Platzes. Ein heller Sichtbetonsockel trennt den Platzbelag vom Mauerwerk der Wände. Sichtbare Deckenstirnseiten gliedern die Natursteinflächen und ermöglichen das Spiel mit unterschiedlichen Fensterformaten bis hin zum Bandfenster im schweren Mauerwerk.
