In der ca. 200 km nördlich von Tokio gelegenen Region um das Mikunigebirge türmt sich im Winter der Schnee über fünf Meter hoch – nicht ohne Grund ist die Gegend auch als »Schneeland« bekannt. Nur der 34 m hohe Aussichtsturm ist dann von dem Museum zu sehen. Das 160 m lange, schlangenförmige Hauptgebäude mit Ausstellungsräumen, einem Veranstaltungssaal, Café und Forschungseinrichtungen liegt wie ein U-Boot unter den Schneemassen verborgen. Der Weg zum Eingang führt an hohen Schneewänden vorbei. Um den Lasten von bis zu 1,5 t/m² widerstehen zu können, besteht die Gebäudehülle aus 6 mm starken, wetterfesten Stahlblechplatten, die vor Ort auf einem Tragwerk aus Stahlstützen und -trägern verschweißt wurden. Dazu wurde die Expertise einer Spezialfirma für Bootsbau eingeholt. Ähnlich einer Thermoskanne besteht die Gebäudehülle aus zwei konstruktiv voneinander getrennten Schichten. Die äußere Stahlhaut, Temperaturen um?minus 20 Grad im Winter und bis zu 45 Grad im Sommer ausgesetzt, dehnt sich in horizontaler Richtung um bis zu 20 cm aus. Diese Längenänderung wird durch die bewegliche Lagerung der Stahlstützen auf den Fundamenten aufgenommen. Nur an drei Punkten ist das Tragwerk fixiert, sodass das Gebäude immer wieder in seine Ausgangsposition zurückfindet.
