Das neue Forschungszentrum liegt inmitten des Firmengeländes der italienischen Sportwagenschmiede Ferrari. Die Gestaltung des Gebäudes, das die Produktentwicklung und die Büros des technischen Managements zusammenfasst, trägt dadurch unmittelbar zum Image des Unternehmens bei. Grundgedanke des Entwurfs war, die Natur in das der Hochtechnologie gewidmete Haus einzubeziehen und so eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Im Zusammenspiel mit Licht, Wasser und Bepflanzung entstand ein Gebäude mit landschaftlichen Qualitäten, dessen präzise geschnittene Volumen erstaunlich leicht wirken. Die beiden unteren Geschosse sind um einen mit Bambus bepflanzten, zentralen Hof angeordnet. Lichtgräben belichten das Untergeschoss, wo sich in mehreren Hallen die Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle befindet. Das oberste Geschoss ist vom restlichen Volumen abgelöst und kragt über der Eingangsfront 7 Meter aus, aufgeständert auf einige wenige Stützen und die Treppenkerne. Darunter liegt ein frei zugänglicher Dachgarten als Erholungszone, in den lediglich die gläsernen Boxen zweier Besprechungsräume eingestellt sind. Ein System von Stegen führt über die als Wasserbecken ausgebildete Dachfläche des Erdgeschosses und verbindet die Besprechungsräume, die in den Ferrari-Farben rot und gelb schimmern. Das vom Wasser reflektierte Licht spiegelt sich in den aluminiumverkleideten Unterseiten des Obergeschosses wieder, aus dem drei, zum unteren Hof versetzte Höfe ausgeschnitten sind. Sein Stahltragwerk ist hierfür in brückenartige, begehbare Vierendeelträger aufgelöst. Zwei diagonal in die Höfe eingestellte Stahltreppen verbinden die Ebenen. Für die vollständig verglasten Fassaden wurden durchgängig Isoliergläser im selben Format von etwa 1 × 3 Meter eingesetzt, was dem komplexen Gebäude von außen eine klare, einheitliche Wirkung gibt. Alle Büroflächen sind als offene, flexible Großräume organisiert, der Sichtkontakt zwischen den Teams ist erwünscht.
