Ein Zimmer in der nordöstlichen Ecke eines 1953 errichteten Wohnhauses wurde zu einer kleinen privaten Bibliothek ausgebaut. Die besondere Intention, die der Planung zugrunde lag, war die Schaffung eines Raumes mit einer ganz spezifischen Nutzung, der zugleich ein belebendes Element innerhalb des Hauses werden sollte. Gebaut wurde eine komplexe Raumzelle, die wie eine Art Möbel in der vorhandenen Gebäudestruktur platziert ist. Ein quadratisches Grundrissraster definiert die Spannweite der Bücherregale sowie die Größen von Deckenbeleuchtungskörper und Fensteröffnung. Alle notwendigen Leitungen werden sichtbar in den freibleibenden Nischen der Raumecken geführt. Durch ein vor die Fassade gesetztes Fenster gelangt viel natürliches Licht in den Raum, und es entsteht zugleich eine sehr tiefe Leibung, die die Funktion eines Lesepultes erfüllt; die einzige freistehende Möblierung wird durch ein eigens für das Bibliothekszimmer entworfenes Ensemble aus Tisch und Stuhl gebildet.
