Universitätsbibliothek in Rostock

Die Raumnot der Unibibliotheken in Rostock hat eine lange Tradition: Bereits 1419 wurde die Universität gegründet; über die Jahrhunderte hinweg lagerten Schriften in oft ungeeigneten Räumen oder in Bauten, die binnen Kürze schon wieder zu klein waren. Bücher, die in der Zentralbibliothek keinen Platz fanden, verteilten sich seit den 70er-Jahren über die ganze Stadt. Nach der Wende spitzte sich die Situation weiter zu: Der Bestand an Büchern schwoll schlagartig an und auch die technologischen Anforderungen an einen modernen Bibliotheksbau entsprachen nicht mehr der Zeit. Um diesem Missstand Abhilfe zu schaffen, wurde 2000 ein Wettbewerb ausgeschrieben, um die Bücher von acht ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fakultäten unter einem Dach zu vereinen. An der einstigen Stelle der Mensa markiert heute der mit Glas und hellen Ziegeln verkleidete Neubau den Eingangsbereich zum Uni-Campus. Zu ihm öffnet sich der L-förmige Grundriss, der an ein aufgeschlagenes Buch erinnern soll. In Analogie dazu ist auch das Gebäudeinnere organisiert. Die durch einen Luftraum von den Buchbereichen losgelösten Lesegalerien wirken wie Regale, in die die Arbeitsplätze eingeschoben sind. Von dort bietet sich der freie Blick auf den Hof. Bei starker Sonneneinstrahlung kann dank des textilen Blendschutzes individuell verschattet werden. Die Fassade der Buchbereiche hingegen ist mit fest montierten Klinkerlamellen bestückt, durch die das Licht fällt, die eine direkte Sonneneinstrahlung auf die Bücher jedoch verhindern.

Universitätsbibliothek in Rostock
© Reinhard Görner