Schuhladen in Amsterdam

Auf den ersten Bilck zeigt sich der kleine Laden an der schicken P. Hooftstraat geheimnisvoll verschlossen. Hinter den dunkel reflektierenden Scheiben des Eingangstunnels sind nur vereinzelt angestrahlte Schuhe sichtbar, die Tür ist verspiegelt. Sie öffnet sich, sobald ein Passant neugierig näher tritt, und gibt den Blick frei auf ein farbig strahlendes Kunststoff-Interieur. Die leuchtende Röhre ist an Stahlprofilen in das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert gehängt; nur bei näherem Hinsehen erkennt man die Tragstruktur durch die transluzenten Verkleidungselemente, die den Raum umhüllen. In diesen Kassetten aus mattem Acrylglas werden auch die Designerschuhe präsentiert. Verspiegelte Nischen, die zu den Nebenräumen führen, sind in das Raster integriert. Weitere Spiegel um die ovale Vitrine an der Rückwand und am Eingang suggerieren durch mehrfache Spiegelungen einen unendlich langen Raum. Ellipsoide Hocker und eine Kassenskulptur mit weißen Hochglanzoberflächen komplettieren das retro-futuristische Ambiente. Hinter den Verkleidungen sind über 500 weiße und farbige Leuchtstoffröhren platziert. Mittels Dimmern bzw. Computerprogrammen lassen sich unendlich viele Lichtstimmungen erzeugen, mit abrupten oder fließenden Übergängen. In der Praxis hat sich eine etwas reduzierte Farbauswahl durchgesetzt, da allzu kräftige Töne das Farbempfinden der Kunden beeinträchtigen.

Schuhladen in Amsterdam
© Jeoren Musch