Kritisch betrachtet: Museum für zeitgenössische Kunst in Kanazawa

Durch die extreme Abstraktion und vollkommene Klarheit seiner Raumaufteilung und Bauteilverbindungen erscheint das neue Gebäude des Architektenteams SANAA im japanischen Kanazawa wie der Prototyp des idealen Museums für zeitgenössische Kunst: eine Gebäudehülle mit weißen, kubischen Einbauten in verschiedenen Formaten – den Galerien – und sekundären Funktionen in den Zwischenräumen. Die Architektur selbst wurde auf möglichst wenige Elemente begrenzt und weist glatte Oberflächen sowie minimierte Verbindungsdetails auf. Trotzdem scheint es, dass der frühere Ansatz der Architekten, Details radikal auf ein Mindestmaß zu reduzieren und eher der optischen Makellosigkeit der Verbindungen als der langen Lebensdauer Priorität einzuräumen, nun einer pragmatischeren Haltung gegenüber Themen wie Wetterschutz und Isolierung gewichen ist.

Kritisch betrachtet: Museum für zeitgenössische Kunst in Kanazawa
© Thomas Daniell