Wohnhaus im Taunus

Das dreieckige Grundstück liegt in schöner Lage am Ortsrand und öffnet sich nach Norden zu einer reizvollen Hügellandschaft. Der Entwurf des Wohnhauses ist das Ergebnis eines internationalen Wettbewerbs für junge Architekten, dem als Leitmotiv die Geschichte des Poliphil, eines Romanhelden aus der Renaissance, vorangestellt wurde. Dieser durchwandert in der Erzählung von Francesco Colonna auf der Suche nach seiner Geliebten und der absoluten Wahrheit phantastische Landschaften und Architekturen. Die isländischen Architekten unterteilten das Gebäude in das geschlossen gestaltete massive »Haus des Saturn« und das offenere, leichter wirkende »Haus der Delia«. Im mit Zedernholz verkleideten »Haus der Delia« ist die eigentliche Wohnnutzung untergebracht. Sein Grundriss ist fließend, bietet aber dennoch genügend Rückzugsmöglichkeiten für die einzelnen Familienmitglieder. Auf seinem Dach befindet sich als Refugium ein geschützter, teilweise begrünter, teilweise mit Holz belegter Dachgarten mit schöner Aussicht auf die umliegende Landschaft. Die umlaufende Brüstung ist auf drei Seiten geschlossen und auf der Rückseite geschickt aufgelöst. Hierdurch erhält die Fassade eine besondere Leichtigkeit. Die Treppe zum Dach ist im unteren Bereich, vor dem Fenster, transparent aus Stahl gebaut, im oberen Teil ist sie geschlossen und aus Zedernholz gefügt. Aufgesetzte Oberlichter lassen Tageslicht in die darunter liegenden Bäder fallen.

Wohnhaus im Taunus
© Norbert Miguletz