Das nach Funktion und Gestalt einem »Austragshäusi« entsprechende Gebäude wurde am dichtbebauten Ortsrand einer oberbayerischen Gemeinde errichtet. Austragshäuser und Zuhäuser sind kleinere Wirtschafts- und Wohngebäude eines Bauernhofes, die A. Thoersch in dem Band »das Bauernhaus im Deutschen Reich« für das südbayerische Oberland zwischen Isar und Inn illustriert hat. Die konstruktiven Möglichkeiten des Holzständerbaues sind mit den großen Wandöffnungen der Tore und des weitgespannten Lichtbandes im OG dargestellt. Der schmale, zweigeschossige Bau zeigt neben dem bekannten Erscheinungsbild des großen Einfirsthofes die Gestaltvielfalt der ländlich geprägten Region. Die traditionelle Bauweise weist auf die klimatisch exponierte Situation des Alpenvorlandes hin: Hohe Niederschlagsmengen, viel Schnee und starker Windfall prägen die Gestalt der langgestreckten Gebäude mit den weit überstehenden Dächern zum Schutz der Holzkonstruktion. Die auf einen sparsamen Umgang mit dem Naturhaushalt orientierten regionalen Merkmale wie einfache Baukörperausbildung, Stellung der Gebäude, einfache und handwerkgerechte Details waren bei der Planung Vorbild und Anregung.
