Erweiterung und Umbau der Universität Zürich

Das Erneuern der Universität von Karl Moser ist keine einfache Aufgabe, für den Architekten umsomehr eine Herausforderung, als dabei jede der beteiligten Interessengruppen ein anderes Ziel verfolgt. Der Universität ging es um möglichst viel zusätzliche Fläche für verschiedene Nutzungen und um einen sehr großen Hörsaal, den Zoologen um ein optimales Museum; ebenfalls sehr groß, den Historikern um eine Bibliothek mit Leseraum und Magazin, den Denkmalpflegern um das Erhalten des Bestehenden, vor allem um die Erscheinung desselben im Stadtbild, kein Anbau, keine Aufstockung, und uns ging es um die Architektur, um die von Karl Moser und um unsere eigene, möglichst klar gegeneinander abgegrenzt. Das großzügige Bauwerk, eingeweiht 1914, mit Geschosshöhen von fünf Metern und ein Lichthof, ließ uns viel Spielraum für die Zwiesprache von alt und neu. Es zeigte sich bald, dass die Räume in den Obergeschossen um den Lichthof nicht wesentlich verändert werden können. Die dünnen Betonrippendecken lassen größere Nutzlasten, etwa eine Bibliothek, nicht zu, und die geringeren Spannweiten widersetzen sich dem Zusammenfassen kleiner Räume in einem einzigen großen.

Erweiterung und Umbau der Universität Zürich
© Karl Kroupa