Stadtarchiv München

»Das neue westliche Schwabing ist zu gleichmäßig geworden. Es fehlt ihm die dazwischengetretene Wirkung großer öffentlicher Bauten, Denkmäler und Brunnen.« Diese städtebauliche Kritik aus dem Jahre 1917 urteilt über eine Stadtentwicklung, die auch nach der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges aus den neuen Entwicklungsmöglichkeiten keine nennenswerten Schlüsse gezogen hat. Für Idee und Konzept des Münchner Stadtarchivs hingegen und dessen stadträumliches Umfeld war es ein wichtiger Denkanstoß. Die kritischen Anmerkungen von damals gehen auf den Münchner Stadtbaurat Hans Grässel zurück. In einem, auch für heutige Verhältnisse bemerkenswerten Vortrag, ließ er sich über die Erhaltung des Charakters der Stadt München aus. Hans Grässel war zugleich der Architekt des 1912/13 gebauten Städtischen Wehramtes, das 1926 zum Stadtarchiv umgewandelt worden war und nun dringend der Erweiterung bedurfte.

Stadtarchiv München
© Jens Weber