- Claudia Fuchs
Im Zentrum einer europäischen Großstadt studieren, inmittens eines gewachsenen Viertels mit guter Verkehrsanbindung, in einem lichtdurchfluteten Neubau inklusive Dachterrasse mit Blick über die Dächer – für Architekturstudenten in Straßburg ist das seit vergangenem September Realität. Zwar hat die École Nationale Supérieure d’Architecture de Strasbourg (Ensas) schon seit 1987 ihren Sitz am östlichen Altstadtrand unweit des Hauptbahnhofs, in einem umgebauten früheren Autohaus aus den 1950er-Jahren. Doch mit dem direkt gegenüberliegenden neuen Erweiterungsbau nutzt die Schule nun die Chance, sich stärker zur Stadt zu öffnen. Mit dem Entwurf des Pariser Architekten Marc Mimram, hervorgegangen aus dem Wettbewerb zu Erweiterung und Umbau des Ensas-Gebäudes, ist dies gelungen. Vielfältige Ein- und Ausblicke verknüpfen den Neubau mit seiner Umgebung, vom aufgeglasten Sockelgeschoss über die semi-transparente Aluminiumverkleidung der verglasten »Boxen« und deren überdimensionalen »Fenstern« bis zu den Dachterrassen. Die markante Gebäudekubatur der gestapelten zweigeschossigen Quader – die unteren kragen über das Erdgeschoss aus, der obere springt als Attikageschoss zurück – ist aus städtebaulichen Vorgaben und bestehenden Traufhöhen entwickelt. Elegant ausbalanciert, verweist die versetzte Anordnung auf die tragwerksplanerische Finesse Marc Mimrams, der als Architekt und Ingenieur herausragende Brückenbauwerke realisiert hat.
