Galeriegebäude in New York

 - Thomas Madlener

West Chelsea, ein ehemals von Industrie und Gewerbe geprägter Teil Manhattans, hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Seitdem immer mehr Galerien und Ateliers hierher gezogen sind, hat sich die Gegend zwischen High Line und Hudson zu einem Zentrum des Kunstmarkts entwickelt. Inzwischen prägen auch bekannte Architekten das Bild – Bauten von Shigeru Ban, Jean Nouvel und Frank Gehry finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft der neuen Adresse des Galeristen David Zwirner. Der hier vorgefundene Bestand, ein dreigeschossiges Parkhaus, erwies sich als nicht geeignet für eine Umnutzung. Der Neubau orientiert sich dennoch am industriellen Erbe des Viertels: die rohe, disziplinierte Sichtbetonfassade spiegelt die einfache, strenge Monumentalität der umgebenden Lagergebäude wider. Gleichzeitig verraten die sorgfältige Ausführung sowie Fensterrahmen und Eingangsfront aus Teakholz die gehobene Nutzung. Dass sich durch breite Schiebeelemente hier auch großformatige Kunstwerke anliefern lassen, erschließt sich auf den zweiten Blick. Die Galerieräume, die in Größe, Belichtung und Zuschnitt variieren, sind als Hintergrund für die Kunst zurückhaltend gestaltet. Zu weißen Wänden gesellen sich Fußböden aus Estrich, Travertin oder Eiche. Gestalterisch wie technisch entsprechen die Ausstellungsräume dem Standard größerer Museen.

Galeriegebäude in New York
© Jason Schmidt