Serviceanlage der SBB in Zürich

 - Eva Schönbrunner

Immer längere Züge für immer mehr Passagiere waren der Grund für den Neubau einer über 400 m langen Serviceanlage der Schweizerischen Bundesbahnen. Da der Standort aufgrund einer bestehenden Anlage vordefiniert war und die Struktur der Halle selbst ein reiner Ingenieurbau ist, lag das Hauptaugenmerk der Architekten auf der Gestaltung der vorgehängten Südfassade – die Nordseite bekleiden kostengünstige Faserzement-Wellplatten. Trotz knappem Budget entstand mithilfe gewölbter trapezförmiger Elemente eine expressive dreidimensionale Wirkung, die durch ihre Maßstäblichkeit auch aus der Ferne bestehen bleibt. Die vorgefertigten 5 m langen, 500 kg schweren Bauteile bestehen aus glasfaserverstärktem Feinbeton mit einer Hydrophobierung als Graffitischutz. Nach unten hin reduziert sich die Wölbung der »Kissen«, um die erforderliche Durchfahrtsbreite für die Feuerwehr zu gewährleisten. Fensterbänder im unteren Bereich der Fassade öffnen sich durch schlichtes Weglassen einzelner Elemente zu den Gleisen. Im Inneren folgt die Glasfläche durch zusätzlich eingefügte Kämpfer mit Blindfüllungen der Trapezform. Die großen Ein- bzw. Ausfahrtstore an den Stirnseiten der Anlage sind zurückversetzt, sodass die räumliche Fassade hier als ornamentaler Rahmen wie die Schnittfläche eines stranggepressten Profils erscheint.

Serviceanlage der SBB in Zürich
© Roger Frei