Dos Wohngebiet Mannheim Vogelstang mit 20000 Menschen in ca. 4600 Mietwohnungen und ca. 700 Eigenheimen auf 114 ha ehemals meist bäuerlichem Grundbesitz nimmt etwa den gleichen Raum ein, auf dem der holländische General und Festungsplaner Menne von Coehorn die 5 km von Vogelstang entfernte Mannheimer Innenstadt (wie das gleichalte New York) im Schachbrettmuster entwarf. Günstige Planungsvoraussetzungen waren die guten Verkehrsanschlüsse an Stadtzentrum (B 38), Autobahn Frankfurt-Karlsruhe, Arbeitsstätten, Erholungszonen des Rhein-Neckar-Raumes und die Abmessungen des Areals von 100 mal 1400 Metern. Sie ermöglichten es, den neuen Stadtteil als Einheit zu behandeln, ausgerichtet auf das 6 ha große Zentrum. Von ihm sind die meisten Wohnungen weniger als 500 m, also weniger als siebeneinhalb Minuten Fußweg, entfernt. Der Plan wurde noch einem Gutachten von Prof. Dr. Irle, Mannheim, über das anzustrebende Wohngemenge aus einer Reihe von Vorentwürfen verschiedener Architektengruppen entwickelt. Im Zentrum der Vogelstang können die Bewohner ungefährdet in gut ausgestatteten Läden einkaufen. Hinzu kommen alle anderen Einrichtungen, die ein Wohngebiet durch eine Fülle von Möglichkeiten anziehend machen und dadurch auch jene Lebendigkeit bewirken, die städtischem Leben gemäß ist. Die verschiedensten Formen des Verkehrs haben dabei entscheidende Bedeutung. Beträchtlicher Zulieferungsverkehr erfolgt mit Lastwagen. Die Ladenbetriebe fordern einen möglichst direkten Entladeverkehr vom Fahrzeug ins Lager bzw. in den Laden selbst. Die Fußgänger werden durch diesen Fahrzeugverkehr weder gefährdet, noch wird der Ladeverkehr durch die Fußgänger behindert. Beide Verkehrszonen sind der Art der Bewegung entsprechend bemessen. Besonders sind auch genügend Möglichkeiten des Übergangs von einer Bewegungsweise zur anderen gegeben; es vollzieht sich hier ein ständiger Wechsel zwischen Fahren und Gehen.
