Archäologiemuseum in Seró

 - Frank Kaltenbach

Als im Jahr 2007 bei Kanalarbeiten in der katalanischen Provinz Lleida Fragmente megalithischer Stelen zum Vorschein kommen, ist das eine archäologische Sensation: Nie zuvor waren so alte anthropomorphe Figuren mit geometrisch abstrakten Texturen gefunden worden. Das Museum ist nicht direkt über der Fundstelle an der Landstraße errichtet, sondern am Rand des benachbarten Dorfes Seró. Mit seinem Raumprogramm und seiner Architektur wird das Besucherzentrum zum integralen Bestandteil des Gemeindelebens und der von landwirtschaftlichen Zweckbauten geprägten baulichen Struktur. Die Baukörper sind Teil der terrassierten Topografie und vermitteln zwischen dem Niveau der Dorfstraße und einem tieferliegenden Obstgarten, dessen Mauern und Bäume weitestgehend erhalten bleiben. Der Besucher gelangt ebenerdig vom Parkplatz über einen schmalen Steg zur frei stehenden Plattform, mit Blick zur Fundstelle und über die Felder der Umgebung. Dass die wie Glastische wirkenden Ziegelkuben die Oberlichter für die darunter aufgestellten Stelen sind, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Zurück über den Steg senkt sich das Gebäude als Rampe vorbei an schattigen Sitzbänken bis zu einer schmalen Rampe aus Gitterrost, die zwischen den Füßen den Blick auf den Obstgarten frei lässt.

Archäologiemuseum in Seró
© Frank Kaltenbach