- Burkhard Franke
Bei der Erweiterung des Kimbell Art Museums gelingt Renzo Piano die Balance zwischen respektvoller Zurückhaltung gegenüber dem Meisterwerk von Louis Kahn und einem selbstbewussten, durch den großzügigen Einsatz von Glas geprägten architektonischen Auftritt. Städtebaulich spiegelt der Neubau die dreiteilige Gliederung des Kahn-Baus: Zwei Ausstellungsräume liegen zu beiden Seiten eines Foyers, dessen Gebäudesegment etwas zurückgesetzt ist und so den Eingang markiert. Zusätzliche Ausstellungsflächen, Schulungsräume und ein halb unterirdisches Auditorium konnten in einem zweiten unauffälligen Baukörper auf der Westseite »versteckt« werden. Ein zen-traler parkähnlicher Grünzug erschließt beide Häuser und bildet den räumlichen Schwerpunkt des Gesamtensembles.
