Volta-Schulhaus in Basel

Das St. Johann-Quartier am westlichen Rand von Basel ist ein traditionelles Arbeiterquartier mit einem Ausländeranteil von über 40%. Vorstädtische Mietshäuser und Gewerbebauten prägen das Stadtbild. Im 19. und 20. Jahrhundert haben sich hier Industriekonzerne angesiedelt. Das Schulhaus selbst ist in die Grube eines teilweise abgerissenen Schweröltanks gesetzt und ragt um ein Geschoss über den noch erhaltenen Teil dieser Stahlbetonkonstruktion hinaus. Das ganz in Sichtbeton ausgeführte, klar gegliederte fünfgeschossige Gebäude reagiert auf sein heterogenes Umfeld. Die feinen glatten, gelb abgetönten Betonoberflächen der Fassade und die außen bündig liegenden großen Holz-Aluminium-Fenster weisen gleichzeitig auf seine besondere Nutzung hin. In den Untergeschossen ist die Sporthalle mit den dazugehörigen Nebenräumen untergebracht. Die Decke liegt drei Meter über Erdgeschossniveau, sodass durch vier große Fenster Tageslicht in die Halle gelangt. Im Hochparterre befindet sich die lang gezogene Eingangshalle. Von der Halle gelangt man in die oberen, in je vier Abschnitte gegliederten Geschosse. Verwaltung, Bibliothek und Lehrerzimmer befinden sich in der ersten Etage, die Klassenräume liegen darüber. In enger Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Jürg Conzett ist es den Architekten gelungen, das räumliche Konzept mit einem innovativen statischen System umzusetzen. Um zu vermeiden, dass Träger – deren statisch erforderliche Höhe bei 1.20 m gelegen hätte – die Sporthalle zergliedern, wurde das Gebäude als Verbund aus tragenden Stahlbetonplatten und -scheiben ausgebildet. Die Geschossdecken wirken zusammen mit den Wandscheiben wie große horizontale Biegeträger und leiten ihre Lasten auf die Stirnfassaden ab. Die Fassaden zu Pausenhof und Straße sind dagegen nicht tragend und nur punktuell mit dem Gebäude verbunden.

Volta-Schulhaus in Basel
© Ruedi Walti