Weinprobierstube in Fellbach

»Trottenkammer«, so nennen die Fellbacher die neue Weinprobierstube des ortsansässigen Familienbetriebs. In dem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1805 wurden hier die Trauben zu Most getreten, diese Tätigkeit bezeichnet man als »Mosttrotte«. Der Gewölbekeller im unteren Geschoss diente bereits vor dem Umbau als Veranstaltungsort für Weinfeste. In den mit 2,05 m zum Teil sehr niedrigen Wirtschaftsräumen im Erdgeschoss entstand nun ein Verkaufsbereich mit Probierstube für die kleine, aber erlesene Auswahl der hauseigenen Weine. Entsprechend edel und zurückhaltend sollte auch der Umbau der beengten Räumlichkeiten umgesetzt werden. Das Gebäude wurde entkernt und die Verkaufsräume um einen zentralen hölzernen Kubus angeordnet. Die Innenwände sind einheitlich von Schrank- und Regalelementen verdeckt und damit gleichzeitig begradigt. Als vorherrschendes Material dient, sowohl für die Schränke als auch für alle übrigen Möbel, geöltes Eichenholz – in Anlehnung an die alten Eichenfässer zur Weinlagerung. Zusammen mit dem durchgängigen Boden aus geschliffenem Estrich entsteht eine fließende harmonische Raumfolge – von dem hohen Laden am Eingang über die breite Treppe auf dem Kellergewölbe bis hin zur niedrigen Weinstube. Dank der durchweg puristischen Eingriffe bleiben die edlen Weinflaschen jedoch überall die Protagonisten des Raumes.

Weinprobierstube in Fellbach
© Roland Halbe