»Wineries« haben weltweit Hochkonjunktur. Jetzt hat auch Langenlois, eine knappe Autostunde nördlich von Wien gelegen und größte Weinbaugemeinde Österreichs seine Wein-Erlebniswelt. Das Konzept umfasst drei Bereiche. Ausgangspunkt waren die labyrinthartigen unterirdischen Kellergänge, die mit Licht- und Klanginstallationen zu einem Kunstparcours »aufgewertet« wurden, der jedoch eher von den räumlichen Qualitäten dieser Unterwelt ablenkt als sie verstärkt. Am Ende des Rundgangs tauchen die Besucher im Untergeschoss der dreigeschossigen Halle des Besucherzentrums auf, das Steven Holl entworfen hat. An Vinothek und Shop vorbei gelangt man über eine Treppe zum Café im Erdgeschoss und weiter bis zur Dachterrasse mit Blick über die hügeligen Weinberge. Um dem Baukörper mehr Dramatik zu verleihen, sind die Wände und das Dach um 5° hangabwärts geneigt. In Anlehnung an eine Weinflasche mit Verschlusskappe wurden Aluminium als Fassadenbekleidung, Kork an Decken und Wänden sowie grünes Glas hinter den Scheiben angebracht. Die Form der Fensterschlitze nimmt Bezug auf das Grundrissmuster der Weinkeller. Als drittes Element des Gesamtkonzeptes plant der Architekt ein Hotel, das als dreidimensionaler positiver Abguss der verästelten Kellerhohlräume über den Reben schweben soll.
