Archäologisches Museum in Almería

Die südspanische Provinz Almería verfügt über zahlreiche archäologische Schätze aus unterschiedlichen Jahrtausenden: die bronzezeitliche Siedlung Fuente Alamo (2000 v. Chr.), die maurische Festung Alcazaba aus der Taifazeit (1000 n. Chr.) und seit 2003 über ein neues archäologisches Museum. Das 1998 aus einem Wettbewerb hervorgegangene Gebäude präsentiert die bis dato an weit verstreuten Orten ausgestellten Funde an einem Ort konzentriert der Öffentlichkeit. Im urbanen Kontext der andalusischen Provinzhauptstadt, umgeben von Hochhäusern und einer Ringstraße, besetzt es als kompakte Baumasse den Rand des Baufeldes und überlässt die verbleibende Fläche der Stadt als öffentlichen Raum. Der Eingang öffnet sich zu einem gegenüber dem Straßenniveau leicht angehobenen Platz, welcher zugleich als städtischer Raum und Freiluftlobby des Museums fungiert. Der äußeren Kompaktheit des mit Marmor bekleideten Baukörpers tritt im Innern eine räumliche Vielfalt gegenüber. Ein zentraler Luftraum gewährleistet dem Besucher Orientierung und verbindet die Räume der ständigen Ausstellung mit den anderen Aktivitäten des Museums. Um ihn ordnen sich die Museumsräume auf drei Ebenen an, während sich die der Verwaltung in fünf Geschossen übereinander stapeln. Nur wenige bewusst gesetzte Ausblicke auf die Stadt verbinden die innere Welt der Geschichte mit der äußeren der Gegenwart und ermöglichen ein vollständiges Bespielen der Wandflächen. Um die Exponate dennoch im Tageslicht zu zeigen, wurden die Dachflä-chen über Halle und Ausstellungsräumen in nordwest-orientierte Sheds aufgelöst.

Archäologisches Museum in Almería
© Roland Halbe