Bereits vor einigen Jahren haben die Berliner Architekten Abelmann Vielain Pock das alte Hauptgebäude der Hochschule für Nachhaltigkeit in Eberswalde ertüchtigt. Nun sollte der 1930 errichtete Bau des Fachbereichs Landschaftsnutzung und Naturschutz folgen. Die im Osten des Hauses angebaute Maschinenhalle wurde abgebrochen und wich einem dreigeschossigen Neubau in Massivholzbauweise, der im Erdgeschoss Foyer und Seminarraum, darüber den neuen, zentralen Hörsaal der Fakultät sowie auf der obersten Ebene Mitarbeiterbüros beherbergt. Der neue Anbau verlängert die Fassadenflucht des walmdachgekrönten Fakultätsgebäudes; seine Fassadenverkleidung aus vorvergrauten Alaska-Zedernholzschindeln nimmt hingegen den Bezug auf zum Sichtziegelmauerwerk der Mensa von Herzog & de Meuron nebenan. Weiße Faschen aus Robinienholz rahmen die großformatigen Fensteröffnungen. Die Holzschindeln sind nicht hinterlüftet, um einer Brandausbreitung über die Fassade entgegenzuwirken; die tragenden Wände bestehen aus bis zu 24 Zentimeter starkem Fichten-Brettsperrholz und wurden im Inneren holzsichtig belassen. Der Altbau beherbergt vorrangig Labore, Archive für Bodenproben sowie Seminar- und Büroräume. Seine Putzfassaden sind denkmalgeschützt und wurden in den Originalfarbtönen hergestellt. Eine Innendämmung aus Calciumsilikatplatten sowie eine Dämmung der obersten Geschossdecke senken den Heizwärmebedarf des Altbaus deutlich. Die vorhandenen Kastenfenster blieben erhalten; teilweise wurden die Verglasungen ausgetauscht oder die Rahmen ausgebessert. Sie dienen auch nach wie vor als Haupt-Frischluftquelle für die Büros und Seminarräume. Nur die Labore und der Hörsaal werden mechanisch be- und entlüftet, Letzterer über die Zuluft auch gekühlt. Eine neue Pelletheizung im Erdgeschoss des Altbaus versorgt nunmehr den ganzen Campus mit Wärme. Das bestehende Nahwärmenetz auf dem Areal wurde hierzu lediglich instand gesetzt. Dank des verbesserten Wärmeschutzes und der regenerativen Wärmeversorgung kommen Alt- und Neubau gemeinsam auf einen Primärenergiebedarf von 102 kWh/m²a und unterschreiten damit die Neubau-Anforderung der EnEV um rund ein Viertel.
