Der Stadtteil Schönau ganz im Norden Mannheims gehört zu jenen vermeintlichen »Problemvierteln« in Deutschland, deren Ruf schlechter ist als die Realität. Seine Wurzeln reichen in die NS-Zeit zurück; ein regelrechter Bauboom setzte jedoch vor allem in den 50er- und 60er-Jahren ein. Das städtebauliche Erbe der Nachkriegszeit wird vor allem im Zentrum von Schönau sichtbar: Breite Grünflächen trennen die vier- bis fünfgeschossigen Wohngebäude von den Straßen. Sie geben dem Viertel einen relativ anonymen, aber keineswegs heruntergekommenen Charakter. Viele der Gebäude im Quartier wurden in den vergangenen Jahren sukzessive saniert. Ein Beispiel sind die 15 baugleichen Wohnhäuser mit T-förmigen Grundrissen, die die Lilienthalstraße und ihre Nachbarstraßen säumen. Sie datieren vom Ende der 50er-Jahre und erhielten zumeist verputzte Wärmedämmverbundsysteme, um sie energetisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Für das Haus Lilienthalstraße 232 verfolgte die Gemeinnützige Baugesellschaft (GBG) Mannheim als Eigentümerin eine andere Strategie. Das Haus liegt zentral im Quartier und sollte sich nicht nur gestalterisch von seinem Umfeld abheben, sondern mit geringfügig höheren Mieten auch eine etwas zahlungskräftigere Mieterklientel ansprechen.
