Seit Herbst 2002 beleben 114 abstrakte Kunststoffblöcke die Hofflächen im neugestalteten Wiener Museumsquartier. Die Formfindung der polygonen Bausteine folgt einem geometrischen Spiel und erlaubt durch die trapezförmigen Begrenzungs-flächen des Körpers vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Aus 300/25/100 cm großen Blöcken expandierten Polystyrols (EPS) werden mittels eines computergesteuerten Schneidevorgangs, ähnlich den Heißdrahtschneidern für Modellbau, die einzelnen Elemente gefertigt. Anschließend mit einer farbigen Spritzbeschichtung versehen, ist der Kunststoffkern vor UV-Strahlung und Abnützung geschützt. Im Rahmen der Wartung wird die Beschichtung jede Saison in einer anderen Farbe erneuert. Zwei Bohrungen, mit verzinkten Stahlhohlprofilen verstärkt, erlauben es, mehrere Module mit Stahlseilen oder Kunststoffgurten fest miteinander zu verbinden und erweitern so die Variationsmöglichkeiten. Die großzügige Dimensionierung macht diese Stadtmöbel resistent gegen Wind, trotzdem können sie einfach umgestellt werden. Genauso vielfältig wie die Art der Aufstellung sind die Möglichkeiten der Nutzung. Am frühen Morgen, bevor sich die ersten Flaneure auf den Bänken niedergelassen haben, wirken die abstrakten Formen wie eine zweckfreie Kunstinstallation eines der angrenzenden Museen. Im Laufe des Tages werden immer mehr der bequemen Stadtmöbel in Besitz genommen, bis am Abend – vor allem bei Open-Air-Konzerten und Festen – sämtliche Plätze belegt sind. Als Sitz- oder Liegebänke schließen sich zwölf aneinander gereihte Elemente aufgrund des schrägen Anschnitts zu einem Kreis. Gespiegelt aufeinander gestellt, ergibt sich eine geschützte Höhle. Mit den »Füßen« nach unten dienen sie den ansässigen Lokalen als Theke für den Bierausschank. Reiht man viele dieser Tische hintereinander, ergibt sich ein variabel langer Laufsteg, bei Modeschauen ein zusätzlicher Blickfang. Im Winter lässt sich aus 24 Bausteinen ein Iglu aufbauen, das zum Glühweinausschank einlädt. Dann erstrahlen die »Eisbarren« in winterlichem Weiß.
