Berichte: Tokios Nest – Minimalwohnung mit kinetischer Treppe

Kann ein Wohnhaus funktionieren, das nur 60 cm breit ist? Aufgrund verschiedener Planungsrichtlinien sind zwischen den meisten Gebäuden in Tokio Lücken vorhanden. Da in der Metropole Bauland knapp ist und die Grundstückspreise extrem hoch sind, entwickelten die Architekten einen Vorschlag, diese Brachflächen zur Schaffung von minimiertem Wohnraum zu nutzen. Um den öffentlichen Bereich auf Straßenebene nicht einzuschränken, beginnt das Gebäude erst im Obergeschoss. Will man das Haus betreten, muss zunächst ein horizontaler Rollladen geöffnet werden. Dann lässt sich die einläufige Treppe ausklappen, die das zentrale Element des Entwurfes ist. Über sie erreicht der Bewohner die erste von vier Plattformen, den Sanitärbereich. Um zur gegenüberliegenden Küchenplattform zu gelangen, muss die Treppe an die Decke geschwenkt werden; der horizontale Rollladen schließt sich und ist als Fußboden begehbar. Schlaf- und Wohnbereich im 2. OG werden zugänglich, indem die Treppe auf die entsprechende diagonale Stellung gedreht wird – im oder gegen den Uhrzeigersinn. Dabei verlaufen die Auflager in seitlichen Führungsschienen, die in den Wänden eingelassen sind. Um die als Geschossdecke horizontal gelegte Treppe begehen zu können, werden die Stufen durch klappbare Paneele abgedeckt.

Berichte: Tokios Nest – Minimalwohnung mit kinetischer Treppe
© Stéphane Orsolini / Hiroshi Yamasaki