Wohnhaus in Tokio

 - Sabine Drey

Angesichts der Baugrube, die zwei Geschosse tief in die Erde reichte, hatten die Bewohner der unmittelbar angrenzenden Häuser in dem engen, aber ruhigen Wohnviertel Tokios anfangs große Bedenken. Doch der niederländische Architekt Wiel Arets konnte sie beruhigen. Dem Wohnhaus liegen sehr strenge Prüfungen von Statik und Erdbebensicherheit zugrunde, während er bei der Ausformung des kristallinen Baukörpers mehr Freiheit genoss. Als Ausblick auf den anliegenden Park platzierte er große Öffnungen in der Fassade aus emailliertem, strukturiertem Glas. Damit die Bewohner sich andererseits vor Einblicken schützen können, lässt sich überall eine zweite Schicht aus dem gleichen Glas vor die Isolierverglasung schieben. Die breiten, stählernen Führungsschienen heben sich klar von der hellgrün schillernden Hülle ab. Im Inneren entstehen spannende Lichteffekte durch das Relief des lichtdurchlässigen Glases, das, gerahmt vom Grau der Sichtbetonwände, gut zur Geltung kommt. Eine skulpturale Betontreppe windet sich fünf Geschosse zur Dachterrasse empor. Im ersten Untergeschoss belichten Oberlichtbänder zwei Schlafräume, im Erdgeschoss führt die Eingangstür unmittelbar in den Essbereich, oben folgt der Wohnbereich und im Dach thront die »Mastersuite«, wo sich das traditionelle japanische Bad »Ofuro« harmonisch mit dem modernen Gebäude vereint.

Wohnhaus in Tokio
© Jan Bitter