Ein vitales Stück Stadt Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde

Es war einer der letzten Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs und zugleich ein Akt der Selbstzerstörung: Am 25. April 1945 legte die deutsche Luftwaffe das Stadtzentrum von Eberswalde 50 Kilometer nordöstlich von Berlin in Schutt und Asche. Fortan erstreckte sich zwischen Marktplatz und Maria-Magdalenen-Kirche eine 3 ha große, jeden Maßstab sprengende Brachfläche. Fast 60 Jahre lang besaß die Stadt nicht die Kraft, das Gebiet neu zu bebauen, bis sich 2001 der Landkreis Barnim zum Schritt ins Zentrum entschloss: Der Kreisrat und die zuvor auf acht unterschiedliche Liegenschaften verteilte Kreisverwaltung sollten in einem Neubau am Marktplatz wieder zusammenfinden. »Es war bei weitem der unbequemste, teuerste und schwierigste von allen möglichen Standorten«, resümiert Projektleiter Karl-Heinz Aßmann. Zunächst musste das Areal für das spätere Paul-Wunderlich-Haus von 46 unterschiedlichen Grundstückseignern erworben werden. Darauf folgte ein europaweiter Architektenwettbewerb, in dem bereits die wichtigsten Leitlinien für ein nachhaltiges Bauwerk festgeschrieben waren: die Nutzungsmischung aus Verwaltung und (relativ kleinteiligem) Gewerbe in den Erdgeschossen; die öffentliche Durchwegung des Areals; die hohe Energieeffizienz und ein flexibles Raumkonzept, das es den einzelnen Dezernaten ermöglichen sollte, selbst über ihre Bürostrukturen zu entscheiden. Das Raumprogramm umfasst vier Teile: den Kreistag mit Sitzungssaal für 60 Personen und den ihm angegliederten Verwaltungseinheiten, das Dezernat 1 mit Hauptverwaltung, Kämmerei, Personal- und IT-Abteilung; das Dezernat 2 mit Sozial-, Gesundheits- und Jugendamt sowie das Dezernat 3 mit den Ämtern für Wirtschaftsentwicklung, Planung und Bauwesen sowie Naturschutz.

Ein vitales Stück Stadt Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde
© Martin Duckek