Technik: Die Natursteinfassade der Katholischen Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig

Die Fassadengestaltung der neuen Prop-steikirche Leipzig folgt dem der Gebäudenutzung immanenten Anspruch besonderer Langlebigkeit und selbstverständlicher Präsenz. Mit dem Rochlitzer Porphyrtuff als Fassadenmaterial wurde ein einzigartiges Vulkangestein aus der Mitte Sachsens eingesetzt, dessen unterschiedlich hoher Eisenoxydanteil eine lebendige Farbenvielfalt im Spektrum von Rot, Grau bis Gelb erzeugt und von zahlreichen Einschlüssen wie rundlichen Quarzen und Feldspaten gekennzeichnet ist. Der Porphyrtuff ist ein weiches, sehr poröses Gestein, das vor etwa 280 Millionen Jahren in Folge gewaltiger Vulkanausbrüche aus der Unterkruste in circa 30 Kilometern Tiefe entstanden ist. Aufgrund seiner ausgezeichneten stein- und bauphysikalischen Eigenschaften (z. B. leichte Verarbeitung, Frostbeständigkeit) wird der Rochlitzer Ignimbrit (moderne petrografische Bezeichnung) seit dem zehnten Jahrhundert als Baumaterial eingesetzt und prägt das Erscheinungsbild zahlreicher westsächsischer Städte. Eine darüber hinausgehende, großflächigere Verbreitung des Steins scheiterte schlichtweg an fehlenden Transportwegen, da der nahe Fluss Mulde nicht schiffbar ist. Die ausgeprägte Regionalität des Prophyrtuffs setzt die neue Propsteikirche damit in die Bautradition der Region und insbesondere der Stadt Leipzig: So entstand zum Beispiel das Alte Rathaus am Marktplatz in Leipzig im 15. Jahrhundert aus diesem Material. Weitere herausragende Gebäude sind die romanische Stiftskirche des Klosters Wechselburg, die als eine Keimzelle des Katholizismus in Sachsen gilt, und die Augustusburg, ein Jagdschloss der sächsischen Kurfürsten. Das Fassadenmaterial des Kirchenneubaus ist den Leipzigern über viele Jahrhunderte vertraut und erzeugt einen besonderen emotionalen Wert.

Technik: Die Natursteinfassade der Katholischen Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig
Winkelstein zwischen Fassade und Untersicht © Frank Kaltenbach