- Andreas Ordon
Das Schul- und Kulturzentrum in Feldkirchen an der Donau zeigt, wie sich ein bestehender Schulkomplex durch gezielte architektonische Maßnahmen zum neuen Mittelpunkt der 5000-Einwohner-Gemeinde wandelt. In zwei Bauphasen entsteht hier seit 2005 durch das An- und Weiterbauen ein multifunktionales Ensemble: Zunächst wurde die Turnhalle saniert und um die Nutzung als Veranstaltungsort erweitert; darüber hinaus bildet der Neubau der Musikschule mit begehbarem Dach den öffentlichen Vorraum des Kulturzentrums. In der im letzten Jahr abgeschlossenen zweiten Phase wurde die ehemalige Hauptschule (Baujahr 1975) thermisch saniert und zur Neuen Mittelschule umgebaut. Die daran anschließende Grundschule aus den 1920er-Jahren musste aufgrund des schlechten Bauzustands abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das Satteldach des Bestands wurde durch ein Flachdach ausgetauscht. Es geht nahtlos in den Neubau über, um Alt und Neu optisch zu einer Großform zu verschmelzen. Im Inneren des Altbaus nahmen die Architekten wenige subtile Eingriffe vor, wie die verglasten und farbig gestalteten Eingänge zu den Klassenräumen, die Offenheit und neue Blickbeziehungen ermöglichen. Das Öffnen des bisher abgedeckten Oberlichts in der bestehenden zentralen Treppenhalle verbessert zudem deren Belichtung. Direkt an die Halle grenzt das Atrium im Neubau an – das verbindende Element und das Herzstück der beiden Schulen. Dieser ebenfalls durch ein Oberlicht belichtete großzügige Gemeinschaftsraum ist Treffpunkt, Mensa, Lern-, Lese- und Veranstaltungssaal. An ihn schließen auf das Prinzip des offenen Lernens abgestimmte flexibel nutzbare Räume an: einerseits »Marktplätze«, die als Gemeinschaftsflächen mit Sitzlandschaften und Ruhezonen fungieren und das individuelle und kreative Arbeiten der Schüler mit ihren Lehrern fördern, andererseits Klassenräume und Außenbereiche, die dem gemeinsamen Vertiefen von Lerninhalten dienen.
