- Marion Griese
Heterogene, mehrgeschossige Wohnbebauung und ungefasster Straßenraum prägen das Bild des Stadtteils Cassarate am Ufer des Luganer Sees. Einen deutlichen Kontrast dazu stellt der in zwei Bauabschnitten errichtete Kindergarten dar: Bis auf den Eingangsbereich eingeschossig gehalten, grenzt er sich zum öffentlichen Raum klar ab und zeigt seine Eigenständigkeit auch durch die Wahl des hier untypischen Baumaterials. 46 trapezförmige Holzmodule mit geneigtem Dach sind so angeordnet, dass jeder Kindergartengruppe ein Garderoben- und Sanitärmodul, ein Speisesaal und zwei Aufenthaltsräume mit Innenhof zur Verfügung stehen. Eine zen-trale Erschließungsachse, überdacht aber unbeheizt, dient als gemeinsamer Spielflur, der über Glaselemente zu den Höfen geöffnet werden kann. Dank einer ausgeklügelten Kombination der Module ergeben sich vielfältige Blickbeziehungen, die das Gebäude wie eine Miniatursiedlung erscheinen lassen. Auch die weithin sichtbare Dachlandschaft unterstützt dieses Bild und zeigt sich mit ihren trapezförmigen Holzrosten sorgfältig detailliert. Die aus Brettsperrholzplatten vorgefertigten Wände bestehen aus zwei Platten, deren Stoß als horizontale Schattenfuge ablesbar ist. An ihr orientierte sich die gesamte Ausbauplanung. Zurückhaltende Farbigkeit betont die räumliche Vielfalt, Farbe hält mit den kleinen Nutzern Einzug.
