Vor wenigen Jahren fanden Archäologen in der Vogelherdhöhle, rund 30 Kilometer nordöstlich von Ulm, mehrere kleine, bis zu 40.000 Jahre alte Tierskulpturen aus Mammutelfenbein. Das in unmittelbarer Nähe des Grabungsorts neu errichtete Besucherzentrum übernimmt insbesondere drei Aufgaben. Zunächst dient es als Empfangsgebäude, das den Besuchern neben einem Shop und einer Cafeteria auch eine gestalterisch und inhaltlich auf das Wesentliche reduzierte Ausstellung über den Fundort und die Zeitgeschichte bietet. Außerdem sind in einer abgedunkelten »Schatzkammer« zwei der hier entdeckten, zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit zählenden Kleinskulpturen ausgestellt – darunter das einzige vollständig erhaltene Fundstück: ein 3,5 cm großes Elfenbeinmammut. Und schließlich bildet das als landschaftliches Element in einen sanft gewölbten Graswall eingebettete Sichtbeton-Bauwerk den Ausgangs- und Endpunkt für den sorgfältig inszenierten Rundgang durch den von einem interdisziplinären Planungsteam konzipierten »Archäopark«. Dieser Park vermittelt den Besuchern ein mit allen Sinnen erlebbares Bild des Lebens im Jungpaläolithikum – unter anderem mit fünf »Themenplätzen« (zu den Bereichen Jagd, Lagerbau, Religion, Feuer und Kunst), einer kargen Bepflanzung sowie mit wegbegleitenden Kautschukwürfeln und im Boden eingelassenen Eichenholzschwellen, die mit teilweise überraschenden Fragen und Antworten zur Welt der Urmenschen beschriftet sind.
