Objekt+Produkt: Haus für Geoinformation in Kranzberg

Der zentrale, eingeschossige Eingangsbereich verbindet die versetzt zueinander liegenden Baukörper miteinander. Die geradlinige, fast archaische Gestaltung des Gebäudes setzt sich in den Außenanlagen fort – ein bekiester Hof, eine Mauer, ein Baum. Inmitten eines Wohngebiets gelegen, passt sich das Haus für Geoinformation mit seinem aufgelösten Volumen den vorhandenen Strukturen an. Von Weitem wirken die Baukörper wie einfache Kuben aus Beton – aus der Nähe erkennt man die steinmetzmäßige Bearbeitung der Oberflächen und exakte Detailierung. Nach Nordosten öffnet sich die Fassade und versorgt die Innenräume mit viel Tageslicht. Für einen führenden Hersteller von GIS-Software planten Dominikus Stark Architekten bereits 2007 eine erste Erweiterung des Firmenstandorts in Kranzberg, einer kleinen Gemeinde im Landkreis Freising bei München. Campusartig verteilen sich dort mehrere kleine Gebäude auf dem zwischen Einfamilien- und Doppelhäusern gelegenen Grundstück. 2015 konnte das Architekturbüro mit dem »Haus für Geoinformation« ein weiteres Gebäude auf dem Gelände fertigstellen.

Objekt+Produkt: Haus für Geoinformation in Kranzberg
Inmitten eines Wohngebiets gelegen, passt sich das Haus für Geoinformation mit seinem aufgelöstem Volumen den vorhandenen Strukturen an. © Michael Heinrich

Für einen führenden Hersteller von GIS-Software planten Dominikus Stark Architekten bereits 2007 eine erste Erweiterung des Firmenstandorts in Kranzberg, einer kleinen Gemeinde im Landkreis Freising bei München. Campusartig verteilen sich dort mehrere kleine Gebäude auf dem zwischen Einfamilien- und Doppelhäusern gelegenen Grundstück. 2015 konnte das Architekturbüro mit dem »Haus für Geoinformation« ein weiteres Gebäude auf dem Gelände fertigstellen.

Ganz im Stil des Silicon Valley möchte das Unternehmen ESRI seinen Mitarbeitern auch am Standort in Deutschland ein offenes Arbeitsklima und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bieten – und das alles in einem Kontext, der vertraut und behaglich wirkt und wenig von der anonymen Flexibilität moderner Großraumbüros hat. Für das vorgegebene Raumprogramm mit Büros, Caféteria, Schulungs- und Besprechungsräumen sowie einer Mediathek entwarfen Dominikus Stark Architekten daher ein solides Haus aus Stein, genauer gesagt aus Ortbeton, das sich in seiner Gliederung in drei zweigeschossige quaderförmige Baukörper an die Kleinteiligkeit der Umgebung anpasst. Bewusst spielen die Architekten mit klassischen Elementen der Wohnhausarchitektur – ein Hof mit Baum und Sitzbank, eine schützende Mauer, ein kühlendes Wasserbecken signalisieren: hier kann ich mich zu Hause fühlen. Man betritt das Ensemble von Süden her über den bekiesten Hof und durch einen eingeschossigen Zwischenbau. Zur Rechten finden sich Büros, zur Linken die vollflächig verglaste Caféteria mit vorgelagerter Terrasse. Ein zweiter Bürotrakt schließt sich nach Norden hin an. Im Obergeschoss, das zentral über eine einläufige Treppe erschlossen werden kann, liegen zwei große Besprechungsräume sowie weitere Büros in identischer Anordnung wie im Erdgeschoss. Die Orientierung und Öffnung des Gebäudes richtet sich nach dem Lauf der Sonne. So ist es nach Süden eher verschlossen, um eine aufwendige Klimatisierung zu vermeiden. Nach Norden hin lassen die geschosshohen Verglasungen, eingebettet in eine Pfosten-Riegel-Konstruktion aus dunkler Eiche, viel gleichmäßiges Tageslicht in die Räume. Diese zeichnen sich darüber hinaus durch gute Proportionen, den Einsatz natürlicher Materialien und den steten Bezug zum Außenraum aus. Für ein behagliches Raumklima sorgen die hohe Speichermasse der Wände und eine einfache Bauteilaktivierung, deren System über eine reversible Wärmepumpe versorgt wird. Öffenbare Fenster ermöglichen es den Mitarbeitern, selbst zu bestimmen, wann und wie viel frische Luft in den Raum gelangen soll.

Durch die strenge Kubatur der Baukörper kommt der eingesetzte Beton besonders stark zur Geltung. Die gestockten Oberflächen wirken von Weitem äußerst homogen und samtig. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die hohe Verarbeitungsqualität durch die steinmetzmäßige Bearbeitung hervortretenden Kiesel sowie die feinen Kanten der Schalplatten. Die Wände im Innern sind handwerklich ebenso perfekt mit einem feinen Lehmputz überzogen, die Böden schmückt ein heller Terrazzo bzw. ein mit den Fenstern und der Möblierung korrespondierendes Eichenparkett.

Architektur
Dominikus Stark Architekten
Standort
Kranzberg (DE)

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