Wohnhaus in Ljubljana

 - Claudia Fuchs

Eine weiße leichte Metallhülle charakterisiert das Wohnhaus einer fünfköpfigen Familie im Stadtviertel Mirje in Ljubljana. Perforierte Aluminiumkassetten – auf den vier Gebäudeseiten in unterschiedlichen geometrischen Variationen angeordnet – verleihen dem kubischen Baukörper eine subtile Gliederung. Die Fassadenbekleidung kaschiert die Stahlbetonwände ebenso wie einen Großteil der Fensterelemente; hier dienen die verschiebbaren Paneele als Sicht- und Sonnenschutz für die Innenräume. Die diagonale Unterkonstruktion ist hinter den gelochten Aluminiumtafeln gut sichtbar. Sie dient der Aussteifung der einzelnen Kassetten. Zugleich schafft das X-förmige Element ein ornamentales Muster aus stehenden und liegenden Formaten und verleiht den Fassaden eine gewisse Dreidimensionalität sowie reizvolle Schatteneffekte. Am Abend leuchtet der Kubus von innen heraus durch die als feines textiles Gewebe erscheinende Hülle. Diese spielt auch für die Innenräume eine wichtige funktionale Rolle: Sie schirmt Einblicke ab und filtert das Tageslicht, das sich durch das lichte Raumgefüge der drei Etagen verteilt. Das Äußere und das Innere des Hauses sind von den Architekten konsequent als gestalterische Einheit entworfen, bis hin zu Einbaumöbeln und Oberflächen, die sich in allen Bereichen wiederfinden, vom Erdgeschoss mit offenem Wohn-/Ess-/Kochbereich über die Kinderzimmer im ersten Obergeschoss bis zum Schlaf- und Arbeitsbereich der Eltern eine Etage höher. Geschickt und unauffällig sind Stauräume in Einbauschränken unter und entlang der Treppen integriert. Die Trennwand zwischen Flur und Wohnbereich nimmt neben Garderobenschränken auch den offenen Kamin auf. Alle Einbauten – Schränke, Betten, Küchenblock, Regale –, die Trennwände und Bodenbeläge bilden mit warmen Oberflächen aus Eiche einen starken haptischen Kontrast zu den Sichtbetonflächen der Decken und Wände. Den Bezug zur Fassade nimmt wiederum die Lochblech-Verkleidung der Garderobenschränke auf.

Wohnhaus in Ljubljana
© Tomaž Gregori?