Galeriegebäude in London

 - Sabine Drey

Die neue Newport Street Gallery liegt auf beengtem Raum zwischen Bahntrasse und Reihenhauszeile. In ihren Räumen macht der Bauherr und Künstler Damien Hirst seine große Sammlung zeitgenössischer Kunst der Öffentlichkeit zugänglich. Das Ensemble besteht aus drei denkmalgeschützten Gebäuden von 1913, die als Werkstätten für die boomende Theaterszene dieser Zeit entstanden, und zwei flankierenden Neubauten an den Enden der Reihe: Den Schlusspunkt bildet der Verwaltungstrakt mit dem Museumsshop im Erdgeschoss und den Auftakt der mit Sheds überdachte lange Baukörper mit Empfang und Restaurant. Caruso St John Architects glichen die Neubauten optisch an den Altbau an indem sie ein Sichtmauerwerk in ähnlichem Farbton wählten und die niedrige Fensterreihe weiterführten – so lassen sie die gemeinsame Nutzung erahnen. Tatsächlich laufen die Galeriegeschosse über vier Gebäude kontinuierlich durch und erlauben eine flexible Bespielung mit unterschiedlichen Ausstellungskonzepten. Die Architekten entwickelten zusammen mit den Ingenieuren ein gemeinsames statisches System für den gesamten Komplex, das die Verbindung der einzelnen Trakte erleichtert. Zunächst mussten sie neue Decken einfügen, um Zwängungen in den alten Mauern zu vermeiden und die hohen Lasten der Kunstwerke aufzunehmen. Die Verbunddecken sind an einem Stahlskelett befestigt, das frei hinter den einschaligen Ziegelhüllen steht und auch die bestenden Dachstühle aufnimmt. Auf die tragenden Decken brachten sie eine zusätzliche Betonschicht mit glatter, nahezu fugenfreier Oberfläche auf. Die Besucher erreichen die Ausstellungsebenen über drei neue Wendeltreppen aus massivem Eichenholz. Sehr sorgfältig detaillierte, ins Sichtmauerwerk eingelassene Handläufe aus Betonfertigteilen und eine glatte Treppenwange begleiten sie in elegantem Schwung nach oben. Dort flutet Licht über die neuen Oberlichter in die Räume und setzt die weiß gestrichenen hölzernen Dachtragwerke in Szene.

Galeriegebäude in London
© Hélène Binet